Verlassenes Krankenhaus ist schon seit Jahren unbewohnt, von innen wird es dich überraschen!

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Das Ospedale Psichiatrico di Volterra sieht wie ein Gebäude aus, dass direkt aus einem Horrorfilm zu stammen scheint. Es ist ein Überbleibsel einer alten italienischen psychiatrischen Einrichtung, die sich auf einem Hügel in der waldreichen Umgebung nicht weit vom Zentrum der Stadt Volterra befindet. Das Hauptgebäude (insgesamt gibt es vier Gebäude) erreicht man über eine lange Allee. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahre durch Wind und Wetter und Vandalismus stark beschädigt; die Fenster fehlen und die Mauern sind von Graffiti überzogen. Im Innern sind aber noch einige Dinge aus dem Jahr 1978 erhalten geblieben, das Jahr, in dem die Klinik geschlossen wurde, eine alte Telefonzelle, Liegen und noch vieles mehr.



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Das inzwischen verfallene Krankenhaus wurde im Jahr 1888 gegründet. Es beherbergte eine Abteilung für Demenz und für Menschen mit psychischen Störungen. 1902 erhielt die Abteilung den offiziellen Namen ‚Frenocomio‘ (was psychiatrisches Krankenhaus bedeutet). In den darauffolgenden Jahrzehnten durchlief die Einrichtung eine wichtige Entwicklung unter der Leitung von Dr. Luigi Scabia, nach dem auch eines der Gebäude benannt wurde. Die Einrichtung wurde langsam um einige Geschäfte, diverse Dienstleistungen, einen landwirtschaftlichen Betrieb und eine juristische Abteilung erweitert. Scabias Plan war, ein völlig autarkes Dorf zu erschaffen, in dem sich die Patienten ganz frei fühlen konnten, aber auch, um einen Arbeitsplan erstellen zu können, damit ihnen die Rückkehr in die Gesellschaft auch nach längerem Klinikaufenthalt leichter fallen würden.



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Durch das Gesetz von Basaglia endete das Zeitalter, in dem Menschen einfach in einer schrecklichen Umgebung weggeschlossen wurden. In einem der Pavillons wurden etwa 6000 Patienten unter erbärmlichen Umständen untergebracht; ihnen standen 20 Waschbecken und nur 2 WCs zur Verfügung. Die Patienten, die in diesen Pavillons untergebracht waren, hatten oft erste Anzeichen einer Depression oder litten unter Schizophrenie. Manchmal wurden die Menschen auch dorthin geschickt, weil sie sich politischer oder moralischer Vergehen schuldig gemacht hatten. Die Patienten wurden heftigen medizinischen Behandlungen unterzogen, die es heute zum Glück nicht mehr gibt. Praktiken wie Elektroschocktherapie und das Fördern eines Komas mit Hilfe von Insulin waren üblich. Es kam auch immer wieder vor, dass Patienten als Versuchskaninchen für neue Medikamente missbraucht wurden, oft mit schrecklichen Nebenwirkungen.



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Die Insassen wurden oft von der Außenwelt isoliert. Die Zimmer hatten Türen wie Gefängniszellen und die Pfleger wurden als ‚Wachen‘ angesprochen. Daran kann man ersehen, wie streng die Regeln in der Einrichtung waren. Es war ganz sicher nicht das unabhängige Dorf, in dem sich die Patienten frei bewegen konnten, wie es Scabia vor Augen gehabt hatte. Stattdessen wurden die Insassen wie Schwerverbrecher behandelt. Es kam nur selten vor, dass jemand den Weg zurück in die Gesellschaft schaffte.



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Heute besuchen viele Touristen das alte Krankenhaus, um mit eigenen Augen zu sehen, wie es früher dort zuging. Ungeachtet des Grauens, das an diesem Ort einst geschah, sind die Fotos, die dort aufgenommen wurden wirklich atemberaubend. Man kann sich kaum vorstellen, was sich hier früher abgespielt hat. Tausende Patienten sind über diese Treppen gelaufen in dem Wissen, wahrscheinlich nie wieder ihr Zuhause zu sehen.



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Erstaunlich ist auch, wie viele ursprüngliche Gegenstände in dem Gebäude immer noch vorhanden sind . Außer den unterschiedlichen Badezimmern und Operationssälen, finden sich überall noch Krankenhausbetten, Kleidung und Rollstühle, die ganz intakt sind.

Seit seiner Schließung hat das Krankenhaus aber nicht nur Bekanntheit erlangt aufgrund seines bemerkenswerten Zustandes, sondern auch wegen der ‚Kunst‘ von Fernando Oreste Nannetti, einem Patienten, der in der Einrichtung gefangen saß. Er ritzte 180 Meter Kunst in die Außenmauern des Innenhofes und registrierte während der vielen Jahre seines Aufenthaltes eine ganze Enzyklopädie der Gefühle, Biografien und Verbrechen. Worte, Gedichte und Zeichnungen ritzte es mit der Schnalle seiner Weste in den Gips.